Bienen im Winter
Dienstag, 30. November 1999
Honig dient den Bienen auch als eigene Energiequelle, um längere Zeiten auch ohne Nahrung von außen überleben zu können. So muss im Winter im Bienenstock eine Mindesttemperatur der sogenannten Wintertraube von 10 °C gehalten werden, da sonst die Bienen sterben würden. Die Strategie anderer Insekten wie Wespen, Hummeln oder Hornissen, besteht dagegen darin, dass das Volk zum Winter hin abstirbt und nur die jungen Königinnen in einer Kältestarre überleben. Diese Fähigkeit haben die Honigbienen nicht, deshalb legen Sie dafür Honigvorräte an. Sie haben einen anderen Stoffwechsel als andere Insekten. Auch bei sehr tiefsten Wintertemperaturen können Bienen den Honig noch verwerten, da bei der eigenen Wärmeerzeugung, dem Verbrennen im Muskelgewebe, als Abbauprodukte Kohlenstoffdioxid und Wasser entstehen. Das Wasser reicht dann aus, um weiteren Honig zu verflüssigen, also in einen flüssigen, somit wieder verwendbaren Zustand zu bringen. Der Vorteil im Winter als ganzes Volk zu überleben liegt darin, im Frühjahr eine hohen Anzahl von Arbeitsbienen zum erneuten Volksaufbau zu haben. Das der Imker dem Bienenvolk die Honigvorräte abnimmt, wirkt sich nur dann nicht nachteilig auf eine erfolgreiche Überwinterung und eine gute Frühjahrsentwicklung des Volks aus, wenn der Imker das Volk nach der Honigentnahme mit einer ausreichenden Menge von Ersatzstoff in Form von Zuckerprodukten wieder gut versorgt.
